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    Keine Chance - zu starker Wind/Tipp: Radiointerview

    Geschrieben von Administrator am 16.März 2011

    Ein erstes mündliches Statement von Gerfried gibt es bereits heute um 16.15 Uhr auf Radio Steiermark!

    Hier der Bericht:
    Am Sonntag sind wir voller Motivation bereits um 5:00 Uhr aufgebrochen, schwer beladen mit unserer Ausrüstung und Nahrung für vier Tage. Wir wussten, dass nur eine Gewaltleistung eine Gipfelbesteigung ermöglichen könnte. Erst nach vielen Stunden und einigen Spaltenstürzen konnten wir den gefährlichen Gasherbrum Gletscher bis 5900m durchschreiten. Nach einer kurzen Mittagspause nahmen wir den Weiterweg Richtung Gasherbrum La unter die Füße. Schließlich, auf knapp 6200m, unter dem Gasherbrum La fanden wir einen kleinen, ebenen Platz und stellten um 16:00 Uhr unser Zelt auf.
    Bereits sehr früh begannen wir uns am Montag für den weiteren Aufstieg vorzubereiten. Zuerst mussten wir den Weiterweg zum Gasherbrum La finden, ein gefährliches, spaltendurchsetztes und zeitraubendes Unterfangen. Endlich erreichten wir für kurze Zeit leichteres Gelände. Am Nachmittag nahmen wir das Japaner-Couloir in Angriff. Allmählich steiler werdend sicherten wir ab 6600m einige Fels- und Eispassagen ab. Kurz nach 17:00 Uhr stiegen wir auf über 7000m aus, endlich ein flacher Platz auf dem ein Zelt aufgestellt werden kann. Der Gipfel lag zum Greifen nahe über uns. Entgegen der Wetterprognose pfiff uns ein starker Nord-Ost-Wind um die Ohren. Trotz aller Bemühungen konnten wir nur das Innenzelt, nicht aber das wichtige Überzelt, aufstellen. So weniger gegen die Naturkräfte geschützt, mussten wir uns auf eine sehr kalte Nacht vorbereiten, da wir den Wind auch im Zelt spüren würden. Dies ließ unserem Optimismus nur wenig anhaben, sollte der Wind ja laut Prognose über Nacht deutlich abflauen und wir bei zwar sehr kalten, andererseits aber idealen Verhältnissen zum ersehnten Gipfel aufsteigen können.
    Ab 2:00 Uhr, nach einer schlaflosen, eisigen Nacht bereiteten wir uns für den Aufbruch vor. Leider ließ die Intensität des Windes nicht nach, mit ca. 80km/h wehte er um unser Zelt, das würde am Gipfel weit über 100km/h bedeuten. Immer wieder verschoben wir unseren Start, bei diesem Sturm wäre ein Aufstieg reiner Wahnsinn, Harakiri. Schließlich mussten wir um 09:00 Uhr die Sinnlosigkeit unseres Tuns einsehen, keine Chance. Am nächsten Tag war noch schlechteres Wetter vorhergesagt. Daher die unumgängliche Entscheidung zum Abstieg, zurück ins Leben, dennoch bitter die Enttäuschung. Fast 50 Tage hatten wir um eine Winterbesteigung gekämpft, alles gegeben, extreme Kälte und schlechtes Wetter ausgestanden, nun so knapp vor dem Ziel mussten wir ein derartiges Pech hinnehmen und uns den Naturgewalten ergeben. Spät in der Nacht erreichten wir gezeichnet das Basislager.

    Ein kurzes Statement zu unserem Freund Dr. Karl Gabl und seiner Wetterprognose: Wir sind Charly unendlich dankbar für seine Bemühungen und präzisen Prognosen. Er ist weltweit anerkannt als der Wetterexperte für die höchsten Berge der Welt. Leider sind manchmal, trotz bestem Wissen, Ausbildung, Erfahrung und Technik, gewisse Wetterzellen und Windphänomene nicht vorhersehbar. Ihn trifft keine Schuld an unserem Scheitern, die Natur ins einfach stärker als wir Menschen und lässt sich nicht immer ins Nähkästchen schauen!
    Und das ist auch gut so.

    Mit herzlichen Grüßen aus dem Basislager des Hidden Peak
    Gerfried Göschl
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    Oesterreichischer Alpenverein: www.alpenverein.at
    8000plus – innovation and high performance

    With full motivation we started last Sunday at 5am, loaded with our gear and food for four days. Only a nearly inhuman performance would give us a chance for a possible success. After many hours of walk and some falls in hidden crevasse we reached 5900m on the Gasherbrum glacier to make a small brake. Soon we started again to approach the Gasherbrum La (col between Pakistan and China). Some hours later, below the Gasherbrum La at approximately 6200m, we stopped at a save place for the first night at 4pm.
    On Monday very early we started to prepare us, we have to search for the complicating way through many seracs and crevasses till the less dangerous area of Gasherbrum La. After noon we reached the Japanese couloir. In the steepest parts of the rocky and icy couloir, beginning at 6600m, we belayed ourselves. Finally we stepped out of it at around 7000m after 5pm and found a flat place for our tent. The summit looked so near, nearly to touch. Against the weather forecast there was strong wind from north-east. Therefore we fixed the tent with ropes, but it was impossible to put the roof (cover) on. Therefore we had to expect a colder night, less protected against natural power. Still we were optimistic, our weather forecast said that the wind will go down and we would have good climbing conditions on our route till the very summit.
    Beginning 2am we prepared to start, after a very cold sleepless night. Unexpected there was no break in the wind, it blew with 80km/h, which meant at the summit with much more than 100km/h. We waited till 9am to recognize that there is no chance, an attempt would be Hara-kiri. Finally at 9am we have to face that the only but unhappy decision could be to go down, back to live. On the next days there should be very bad weather too. Nearly 50 days we fought for the first winter ascent of Hidden Peak, now we had real bad luck. Late at night we reached basecamp very sad.

    One statement about our friend Dr. Karl Gabl: We are very very thankful to Charly for his great effort and precise weather forecast. Worldwide he is well known as the best weather expert for high altitude mountains. Even the best knowledge, education, experience and technic cannot foresee some phenomena in local weather cells, especially in the Karakoram mountains. He is not responsible that finally we didn´t summit. We have to accept that still the nature is hiding some personal things which are too big for our mind.
    And yes, it´s good like it is.

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    001: Gerfried and Alex at 5900m, behind Gasherbrum La (col) and G1

    002: Louis and Alex seeking a way through the glacier at 6300m below Gasherbrum La (col)

    003: Louis and “The Chicken Txikon” climbing in the steep and cold Japanese couloir at 6650m

    004: No chance, Alex very sad in our second bivouac at 7050m after waiting from 2am till 9am for a start to the top. The strong wind never stop.

    005: Because of strong wind from north-east at our second camp, we fix the tent with ropes. The roof was impossible to put on. In the morning the wind came from west, stronger.

    006: Alex and Gerfried at the top of the Japanese couloir at 7000m going down

    007: Alex and Louis below Gasherbrum La, very exhausted

    008: Alex and Gerfried in late afternoon, it´s a long march from 7000m to BC with heavy rucksacks

    Kategorie: Hidden Peak (2011) |

    Ein Kommentar zu Keine Chance - zu starker Wind/Tipp: Radiointerview

    1. Fritz Eger schrieb am 21.März 2011 um 10:06

      Lieber Gerfried!
      Rechtzeitig umkehren zu können, ist wohl genauso schwierig wie das Erringen eines Gifpfelsieges. Das Wichtigste habt ihr erreicht: Ihr seid heil zurückgekommen!
      Herzlichen Glückwunsch dazu und weiterhin alles Gute!
      Fritz


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