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  • « Kaum Hoffnung für Wolfgang | Zur Artikelübersicht | Nanga Parbat, Gipfel, 8.125m »

    Traurige Gewissheit

    Geschrieben von Administrator am 13.Juli 2009

    Werte Freunde der OeAV Nanga Parbat Expedition,

    leider konnten wir uns aus computertechnischen Gründen nicht eher melden.
    In Absprache mit Wolfgangs Frau Loisi möchten meine Gruppe und ich versuchen, den Unfallhergang vom 10.07.2009 und die darauf folgende Suchaktion beschreiben.

    Wolfgang startete seinen Gipfelversuch am Nanga Parbat gemeinsam mit einigen Gruppenmitgliedern und drei weiteren Expeditionsgruppen am 10.07.2009 um ca. 3:30 Uhr vom Lager 4 (7.100m). Durch verschiedene Aufstiegsgeschwindigkeiten zog sich das Feld sehr weit auseinander. Aus Angst vor Erfrierungen gingen Georg Wenzl und Kilian Volken nicht sehr weit. Hans Wenzl erreichte als einer der ersten um 13:45 den Gipfel. Weitere Bergsteiger folgten. Das Wetter war zwar klar, aber sehr windig. Zwei Mitglieder der Gruppe, Rick Allen und Alexander Allen waren um 15:00 am Gipfel. Folgende Mitglieder kehrten am späteren Nachmittag aus Zeitgründen vor dem Gipfel um: Giuseppe Pompili, Peter Kanzian, Ronald Newerkla, Herbert Schütter, sowie Michaela Landl. Alle trafen Wolfgang, der sich im Aufstieg hinter einer siebenköpfigen koreanischen Gruppe befand und rieten ihm, aus Zeitgründen abzusteigen. Wolfgang ließ sich aufgrund seiner sehr großen Erfahrung nicht davon abbringen und stieg weiter auf. Er sagte, dass er sich in der Nähe der Koreaner sicher fühlte. Fast stündlich meldete er sich über Funk im Basislager und klärte über die Situation auf. Nach 17:00 meldete er sich nicht mehr - für uns war ein Ausfall der Batterien wegen der großen Kälte der mögliche Grund. Laut Aussagen der Koreaner erreichte er um 18:10 Uhr den Gipfel. Sie beschrieben, dass sich Wolfgang in einem sehr guten und glücklichen Zustand befand.
    Über Funk vom Basislager wurden wir am Abend im Lager 4 über eine kritische Situation in der Gruppe der Koreaner, die mit Wolfang den Gipfel erreichte, aufgeklärt. Für uns war nun klar, dass wir auch um Wolfgang bangen mussten. Wir organisierten eine Rettungsaktion und drei pakistanische Bergführer starteten um 21:00 Uhr mit Notfallmedikamenten, künstlichem Sauerstoff, warmen Getränken und Nahrungsmitteln in Richtung Gipfel. Einige unserer Gruppe bereiteten sich auf einen Aufstieg vor. Als wir am 11.07. um 03:30 Uhr, immer noch voller Hoffnung auf eine mögliche Rettung starteten, kehrten die drei pakistanischen Bergführer unverrichteter Dinge zurück. Günther Unterberger musste bald aus gesundheitlichen Gründen umkehren.
    Sehr bald sahen wir einige Lichter im Abstieg. Um ca. 5:00 Uhr traf ich auf die absteigende Gruppe (sieben Personen) auf 7.300m, zu meiner großen Überraschung war Wolfgang nicht dabei. Erst ab diesem Zeitpunkt war für mich die Situation akut. Gemeinsam mit meinem Partner Louis Rousseau versuchte ich sehr schnell aufzusteigen. Um ca. 11:30 Uhr fanden wir Wolfgangs Rucksack mit Skistöcken und Eispickel auf 8.064m. Direkt unter dem Rucksack begann eine typische, unkontrollierte Absturzspur im Firn. In Falllinie fanden wir seine Haube auf 8.016m. Wir machten einige Bilder von den Fundorten. Im Abstieg suchten wir mehrmals vergeblich nach weiteren Spuren, indem wir von der Aufstiegsroute in die Wand querten.
    Hans Goger, Herbert Schütter und Sepp Bachmair erreichten am selben Tag die Fundorte, weitere Informationen konnten auch sie nicht sammeln.
    Laut den Koreanern herrschte zum Zeitpunkt der Gipfelbesteigung ein starker Sturm. Einen Überhandschuh, der eindeutig Wolfgang zugeordnet werden konnte, fanden wir  hundert Meter unterhalb der Fundstelle des Rucksackes.
    Nach unserer Einschätzung versuchte Wolfgang sich an der Fundstelle des Rucksackes nach seiner Gipfelbesteigung anzukleiden. Durch Müdigkeit, Exposition und starken Sturm dürfte er aus dem Gleichgewicht geraten sein. An der Stelle des Absturzes fällt die Eiswand 3.000m ab. Der Körper von Wolfgang bleibt wegen der Größe der Wand unauffindbar. Wolfgang muss unmittelbar am 10.07.2009 um ca.18:30 Uhr verstorben sein. Aufgrund der Höhe des Absturzes, der großen Höhe und der extremen Kälte besteht keine Überlebenschance.

    Unser Beileid ergeht an Wolfgangs Frau und Familie.

    Gerfried und OeAV Nanga Parbat Team
    Basislager 4.250m

    Das beinahe idente Team 2007 bei der Anreise zum Broad Peak

    Das beinahe idente Team 2007 bei der Anreise zum Broad Peak

    Kategorie: Nanga Parbat (2009) |

    23 Kommentare zu Traurige Gewissheit

    1. gerhard schrieb am 13.Juli 2009 um 17:38

      ich weiß nicht, was ich sagen soll… aber wie man bei Peter sieht ist alles im Leben lebensgefährich. Mein Beileid seiner Frau und seiner Familie!
      Euch allen alles Gute, Gerhard


    2. Tilo (Bergsteiger aus München) schrieb am 13.Juli 2009 um 17:54

      Mein herzliches Beileid der Familie von Wolfgang Kölblinger. Und auch dem Expeditionsteam, die einen Kameraden verloren hat.

      Ich wünsche meinem Bergkameraden Helmut und dem gesamten Team eine gesunde Heimkehr!

      Tilo (München)


    3. Marcella schrieb am 13.Juli 2009 um 19:44

      Ich hab Tränen in den Augen …

      leider wird uns Wolfgang von seinem Gipfelerfolg nicht berichten können.
      Mein Beileid an Frau und Familie.
      Eine gute Heimkehr an das Team.

      Marcella (Ebensee)


    4. schweiger sepp schrieb am 13.Juli 2009 um 19:57

      So manchesmal kreuzten sich unsere Wege in den Bergen und es war immer etwas besonderes so im vorbei gehen von deinen Abenteuern zu erfahren.

      Mein herrzliches Beileid der Familie von Wolfgang Kölblinger.

      Ein gesundes Heimkommen wünsch ich allen Teilnehmern.


    5. Api Prugger schrieb am 13.Juli 2009 um 20:37

      Mit Wolfgang verlieren wir einen ausgezeichneten Bergsteiger und Flugretter. Unser innigstes Mitgefühl gilt seiner Tochter und Ehefrau. Wolfgang wird uns immer in guter Erinnerung bleiben. Gerne denken wir an unsere gemeinsamen Touren und Flugübungen.
      Allen übrigen Expeditionsteilnehmern wünschen wir alles Gute für den Abstieg und die Heimreise.
      Team Flugretter Christophorus 14
      Api Prugger


    6. sandra allmann schrieb am 13.Juli 2009 um 20:38

      Mein tiefes und aufrichtiges Beileid gehört der Familie.
      Ich wünsche dem restlichen Team eine gute Heimkehr und freue mich auf ein Wiedersehen mit Hans und Georg.
      Sandra


    7. Huguette Bertrand schrieb am 14.Juli 2009 um 03:49

      I read on K2climb.net what happened on the Nanga Parbat. I’m truly sorry for the loss of your teammate Wolfgang. My condoleance goes to his wife and daughter. I wish to some members of the expedition a safe return home.

      As for those of the team going shortly on K2, must I say take care and cheer up by climbing together as one for all and all for one !

      Mom will keep watching from her BC in Canada !


    8. Koller harald schrieb am 14.Juli 2009 um 06:52

      Mein herzliches Beileid der Familie von Wolfgang Kölblinger.

      Mit Wolfgang verlieren wir liebenwerten Freund einen ausgezeichneten Bergsteiger und ein ganz tollen Kameraden.
      Viel kraft der Familie und dem team.
      Kommt bitte alle Gut Nachhause!

      Diese Zeilen fand ich auf Peter Kanzian Home
      Das Bergsteigen ist etwas Unstetes. Man geht und geht und kommt nie ans Ziel. Darin liegt vielleicht gerade der besondere Reiz.
      Man sucht etwas, dass man doch nie findet.”
      Hermann Buhl, Spruch des Erstbesteigers.


    9. Hannes Raffelsberger schrieb am 14.Juli 2009 um 07:47

      Meine aufrichtige Anteilnahme Der Ehefrau Loisi und der Tochter.
      Wolfgang war nicht nur Extrembergsteiger, er war auch ein Familienmensch. Wie hat er immer von seinem Enkerl geschwärmt wenn man ihn in letzter Zeit getroffen hat.
      Für mich war und ist es noch immer eine große Ehre, dass ich ihn und ein paar seiner Kameraden von der Bergrettung Traunkirchen zum Skibergsteigen nach Chile begleiten durfte.
      Wolfgang wird uns allen fehlen. Er hinterlässt eine große Lücke.
      Man kann wirklich nur um viel Kraft für die Familie und das Team beten. Kommt alle gut nach Hause.


    10. schwendti schrieb am 14.Juli 2009 um 10:21

      Es war ein Leichtes in Freude und Euphorie ein Gratulationsposting zu schreiben. Es ist sehr schwer in dieser Situation Worte zu finden.
      Ich sage DANKE für die schönen Erlebnisse am Berg mit Wolfgang - welche ich (wir) ohne ihn wohl nicht gehabt hätten. Er nahm sich eben auch Zeit für nicht so Konditionsstarke, vermittelte mit seiner Anwesenheit ein starkes Gefühl von Sicherheit und bescherte uns somit unvergessliche Momente in den Bergen.
      Unser tiefes und aufrichtiges Mitgefühl gilt Loisi und Familie !
      Viel Glück dem Team und viel Kraft der Familie von Wolfgang
      wünscht Gerhard mit Familie


    11. Manfred - Nepalhilfe schrieb am 14.Juli 2009 um 10:32

      Mein tiefes Beileid an die Familie Kölblinger,
      ich durfte Wolfgang vor 4 Jahren in Nepal nach der Baruntse Expedition kennenlernen und wir feierten noch am selben Abend unsere Gipfelsiege, er war ein sehr umsichtiger und erfahrener Bergsteiger und ein aussergewöhnlicher Mensch - er wird mir immer in herzlicher Erinnerung bleiben, all die Abende und Telefonate die Jahre danach. Er ruht nun dort, wo er am liebsten war, in den Bergen.

      Liebe Michi und lieber Hans, ich wünsche euch und dem ganzen Team viel Kraft, die tragischen Ereignisse verarbeiten zu können und euch allen eine gesunde Heimkehr - Görf, ich drücke dir die Daumen für den K2 - du wirst das Richtige tun. Viel Kraft und mentale Stärke für das, was auch immer du tun wirst.
      Namaste
      Manfred


    12. wald 1 schrieb am 14.Juli 2009 um 10:56

      mir geht es wie marcella…….
      kurz vor seiner abreise haben wir noch ein gemeinsames projekt (dienstlich) gestartet, das uns wohl ewig verbinden wird. so euphorisch hat er mir von seinem vorhaben erzählt und mit ihm habe ich jetzt einen in jeder hinsicht wertvollen kollegen verloren.
      mein tiefes beileid seiner frau und familie
      wald 1


    13. Nikki (Flaser) Palmer schrieb am 14.Juli 2009 um 19:18

      Lieber Gerfried,

      I am following this story from Canada. My heart aches for you and your team and of course Wolfgang’s family. I wish you all much strength to cope with this tragedy and to continue to pursue your dreams.

      Wir schicken Euch viel Liebe,
      Nikki u. Familie


    14. Judith schrieb am 14.Juli 2009 um 20:00

      Liebe Bergfreunde,
      mein herzlichen Beileid an Wolfgangs Frau Loisi. Ronalds Bergkamarad ist mir so positiv und sympathisch in Erinnerung.

      Hochachtung und Bewunderung an alle Expeditionsteilnehmer für Ihre Erfolge.
      Kommt bitte wieder gesund herunter!

      Liebe Grüße an Ronald und pass auf dich auf.


    15. Georg Kronthaler schrieb am 14.Juli 2009 um 22:19

      Liebe Familie Kölblinger,
      ich wünsche Ihnen viel Kraft, diesen furchbaren Verlust zu verkraften. Ich durfte Wolfgang am Broad Peak als einen wunderbaren Menschen kennen und schätzen lernen. Dafür bin ich dankbar.
      Meine aufrichtige Anteilname.
      Georg Kronthaler


    16. Gerald Almer schrieb am 15.Juli 2009 um 18:58

      Die Nachricht vom Tod Wolfgangs hat mich tief getroffen. Ich durfte ihn anlaesslich der Broad Peak-Expedition 2007 als einen aufrichtigen, kameradschaftlichen und lebenslustigen Menschen kennenlernen, der seiner Umgebung sehr fehlen wird. Bitte ueberlegt euch euer weiteres Vorgehen am K2 sehr gut - denn schon der Start der Expedition stand mit dem Tod von Peter Fessler vielleicht unter keinem guenstigen Stern.

      Geri Almer aus der Cordillera Blanca/Peru


    17. Wirthner Jacqueline schrieb am 15.Juli 2009 um 20:05

      Mein herzliches Beileid an die Familie kölblinger.

      Es ist nicht leicht einfachso los zu lassen, wenn man Menschen verliert, die einem vertraut sind und das vorallem an so einem Ort, wo Jeder mit Freude und Zuversicht die Achtausender besteig. Das geht nicht Spurlos an einem vorbei.

      Für dich Kilian, wünsche ich weiterhin alles gute und eine gesunde Heimkehr, oder sollte der Weg zum K2 entschieden sein? Dann wünsche ich dir viel Glück, für den Gipfelsieg am K2.
      In Kameradscht, Grüsse dich und den Rest des Teams im BC.
      Jacqueline


    18. Heribert/ARDG schrieb am 16.Juli 2009 um 07:15

      High Görf und Team!
      Unser aller Gedanken sind bei Euch und der Familie Kölblinger!
      Ihr werdet die richtigen Entscheidungen treffen.
      Long live the crow….
      Heri und Moni


    19. anna schrieb am 16.Juli 2009 um 17:28

      mein herzliches beileid an die familie kölblinger.

      wie gehts der restlichen gruppe? gibts bitte wieder news? wir warten alle sehr hart darauf!

      lg
      anna


    20. Serge (DAV München) schrieb am 17.Juli 2009 um 08:14

      Mein herzliches Beileid an die Familie Köblinger.
      Gute Heimkehr für die Gruppe.
      Helmut, ich freue mich dich wiederzusehen.

      Viele Grüsse,
      Serge


    21. Elisabeth schrieb am 18.Juli 2009 um 15:24

      Wolfgang hat den weiten Weg nach Vorarlberg auf sich genommen um sich von Peter zu verabschieden. Möglicherweise hat Peter sich jetzt aufgemacht um ihn willkommen zu heißen.
      Wie sagt Hermann Hesse in “Stufen” voller Zuversicht:
      Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
      Uns neuen Räumen jung entgegen senden,
      Des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…

      Viel Hoffnung für alle Trauernden!
      Elisabeth


    22. alexandra spielmann(ehefrau eines begeisterten extembergsteigers - tirol) schrieb am 22.Juli 2009 um 12:33

      Mein herzlichstes Beileid der Familie Köblinger!

      Ich glaube wir Ehefrauen wissen, was das heißt - aber wir können unsere Männer nicht festhalten.

      Trösten kann vielleicht die Gewissheit, dass Wolfgang dort sein Leben lassen musste, wo er gerne war.

      Ich wünsche seiner Familie in der kommenden Zeit viel Kraft und Stärke.

      Dem Rest der Truppe wünsche ich vor Allem gesunde Heimkehr.

      Ich bin bei EUCH!


    23. Aloisia Kölblinger schrieb am 28.Juli 2009 um 15:14

      Wir bedanken uns ganz herzlich für die große und liebevolle Anteilnahme,die uns von allen Seiten entgegengebracht wird. Wir schöpfen daraus viel Kraft.

      Loisi Kölblinger und Tochter Elisabeth


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